Wie sollen Fachkräfte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen reagieren, wenn Menschen den Wunsch nach assistiertem Suizid äußern? Eine neue Leitlinie bietet mit 45 Empfehlungen Orientierung in dieser ethisch und rechtlich komplexen Situation. Die Empfehlungen wurden fachübergreifend abgestimmt: Mehr als 30 Fachgesellschaften und Organisationen haben an der Leitlinie mitgewirkt. Die DGPPN hat die Leitlinie mitinitiiert und als Teil der Koordinationsgruppe insbesondere dafür Sorge getragen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die Empfehlungen ausreichend geschützt werden.
Der breite und unkritische Einsatz von Opioiden in der Schmerztherapie seit über 30 Jahren hat zu Problemen wie Fehlbehandlungen und schädlichem Gebrauch bis hin zur Entwicklung einer Abhängigkeit geführt, erklärte Frank Petzke, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft und Leiter Schmerzmedizin an der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsmedizin Göttingen, auf dem Deutschen Schmerzkongress vom 21. bis 24. Oktober 2026 in Mannheim.
Zukünftig können auch jüngere Frauen im Alter von 45 bis 49 Jahren am Mammographie-Screening teilnehmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat heute die untere Altersgrenze für die Teilnahme am Früherkennungsprogramm auf Brustkrebs abgesenkt. Da die Screening-Einheiten und die einladenden Stellen ihre Prozesse anpassen müssen, sieht der GBA eine Übergangslösung vor: Die neu anspruchsberechtigten Frauen können sich voraussichtlich ab 1. August 2027 über die sogenannten Zentralen Stellen selbst für einen Untersuchungstermin in den Screening-Einheiten anmelden. Persönliche Einladungen erhalten sie dann voraussichtlich ab Januar 2028.
Die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte, die sog. GOÄ-neu, ist seit langem überfällig. Ende Juli haben Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine aktualisierte Fassung ihres gemeinsamen Entwurfs übermittelt (wir berichteten darüber). Ein Referentenentwurf des BMG für die Neufassung der GOÄ wird derzeit vorbereitet. Nach Ansicht der Bundesärztekammer erscheint Inkrafttreten zum 1. Januar 2028 vor diesem Hintergrund weiterhin realistisch.
Welche Probleme der unkritische Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) verursachen kann, zeigt ein Beschluss des Landgerichts (LG) Frankfurt/M. vom 25.9.2025 (AZ: 2-13 S 56/24), über welchen die Fachzeitschrift „Versicherungsrecht“ (Heft 20/2026 vom 15. Oktober 2026) berichtet.
Über neue Erkenntnisse zur Immunmechanismen bei chronischen Schmerzsyndromen berichtete Livia Sophie Lang von der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Mainz anlässlich des Deutschen Schmerzkongresses vom 21. bis 24. Oktober 2026 in Mannheim.
Die neue S2k-Leitlinie „Frakturassoziierte Infektionen nach Osteosynthese“, erstellt unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), wurde auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) vom 20. bis zum 23. Oktober 2026 in Berlin vorgestellt.
In der privaten Krankenversicherung (PKV) stiegen die Ausgaben für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie im Jahr 2025 um 20,7 Prozent, berichtet der PKV-Verband. Psychische Erkrankungen zählen inzwischen zu den zentralen Treibern der Leistungsausgaben.
Am 7. Oktober 2026 wurde die neue S2k-Leitlinie „Akute psychosoziale Belastung nach schwerwiegenden Ereignissen“ (AWMF-Registernummer 155-002, Stand: 5.10.2026), federführend initiiert und koordiniert von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT), vorgestellt.
Standardisierte, alters- und geschlechtsspezifische Referenzbereiche der eGFR (estimated Glomerular Filtration Rate) können die Differenzierung zwischen altersbedingter und krankhafter Nierenfunktionsminderung verbessern, berichtete Jürgen Floege von der Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Universitätsklinikum Aachen auf dem 20. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 8. und 9. Mai 2026 in Mainz.
Die derzeitigen Grenzwerte für Übergewicht und Adipositas werden primär über den Body-Mass-Index (BMI) definiert. Dieser gilt jedoch als ungenauer Ersatzwert für die tatsächliche Adipositas, also den Körperfettanteil, erklärte Jens Aberle, Sektionsleiter Endokrinologie und Diabetologie am Universitären Adipositas-Centrum, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), auf dem 20. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 8. und 9. Mai 2026 in Mainz.
Die Limitationen beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Allgemeinmedizin liegen in der Kollision zwischen systematischer, algorithmischer Mustererkennung der KI und der ureigenen Komplexität hausärztlicher Versorgung, erklärte Steffen Schön, Chefarzt der Medizinischen Klinik I an den Oberlausitz-Kliniken Bautzen, auf dem 20. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 8. und 9. Mai 2026 in Mainz.
Knochen- und Gelenkinfektionen sind nicht nur mit erheblicher Morbidität verbunden, sondern weisen auch eine relevante kurz- und langfristige Mortalität auf, berichtete Markus Rupp, Stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie und Leiter Septische und Rekonstruktive Chirurgie am Universitätsklinikum Gießen auf dem 14. Infektiologie-Update-Seminar am 8. und 9. Mai 2026 in Berlin.
Invasive Pilzinfektionen stellen eine zentrale Komplikation moderner hämatologischer Therapien dar, berichtete Martin Hönigl von der Klinischen Abteilung für Infektiologie an der Medizinischen Universität Graz (Österreich) auf dem 14. Infektiologie-Update-Seminar am 8. und 9. Mai 2026 in Berlin.
Die steigende Zahl von Krankmeldungen aufgrund psychischer Erkrankungen und die damit verbundenen langen Ausfallzeiten der Beschäftigten sind wesentliche Faktoren für den Anstieg der Krankenstände in Deutschland, berichtete der AOK-Bundesverband am 8. Oktober 2026.
Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können nicht nur die Gelenke, sondern auch das Herz und die Gefäße belasten. Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) anlässlich des Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2026 hin und verwies auf die aktuelle S3-Leitlinie „Management kardiovaskulärer Komorbiditäten entzündlich-rheumatischer Erkrankungen“.
Gefäßerkrankungen verlaufen bei Frauen nicht selten anders als bei Männern und werden häufig später erkannt, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin e.V. (DGG) am 1. Oktober 2026.
Über aktuelle Erkenntnisse aus dem Anaphylaxie-Register zu Nahrungsmitteln als Auslöser einer schweren allergischen Reaktion berichtete Margitta Worm vom Allergie-Centrum der Charité – Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie in Berlin, auf dem 21. Deutschen Allergie-Kongress vom 1. bis 3. Oktober in Wiesbaden.
Bis zu 12 % der erwachsenen Patienten, die in Deutschland in eine Klinik aufgenommen werden, geben an, eine Penicillinallergie zu haben, was zu Problemen in der ärztlichen Behandlung führen kann, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) am 29. September 2026.
Künstliche Intelligenz wird pränatale Ultraschalldiagnostik verändern – nicht weil sie Ärzte ersetzt, sondern weil sie Untersuchungen standardisierter, reproduzierbarer und qualitativ höherwertig machen kann, erklärte Christian Enzensberger, Leiter der Sektion Pränatal- und Geburtsmedizin am Universitätsklinikum Aachen und Stellvertretender Leiter des DEGUM-Arbeitskreises Künstliche Intelligenz auf einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) anlässlich des Dreiländertreffens 23. bis 26. September 2026 in Mainz.
Bei Kopf-Hals-Karzinomen kann der intraoperative Ultraschall helfen, bessere onkologisch-chirurgische Ergebnisse zu erzielen, so dass die frühen Tumorstadien keiner postoperativen Therapieeskalation bedürfen, berichtete Naglaa Mansour, Geschäftsführende Oberärztin der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg, auf einer Online-Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) anlässlich des Dreiländertreffens 23. bis 26. September 2026 in Mainz.
Die besondere Rolle der subjektiven Seite in der Akzeptanz der Invaliditätsbemessung bei Gutachten in der privaten Unfallversicherung erläuterte Klaus-Dieter Thomann, Leiter des IVM, auf einem Seminar des IVM – Privates Institut für Versicherungsmedizin am 22. September 2026 in Frankfurt/Main.
Betrugsfälle im Gesundheitswesen nehmen weiter zu, berichtete die Krankenkasse DAK-Gesundheit Ende September 2026: In den Jahren 2024 und 2025 wurden von ihr rund 2.300 neue Fälle registriert – ein Anstieg um 30 Prozent.
Wie bei jeder Intervention geht es nicht darum, ob ein patientenrelevanter Nutzen erwartet wird, sondern ob sich dieser Nutzen in RCTs belegen lässt.
Für die Routine-Diagnostik gibt es derzeit keinen Labor-Marker, der die Diagnose Long-COVID bestätigen könnte, erklärte Carmen Scheibenbogen, Leiterin der Sektion Immundefekte und Postinfektiöse Erkrankungen an der Charité Berlin, auf dem 132. Internistenkongress vom 18. bis 21. April 2026 in Wiesbaden.