in meinem Editorial zur Ausgabe 01/2026 des MedSach hatte ich es versäumt, darauf hinzuweisen, dass mit dem Beginn dieses Jahres der Titel der Zeitschrift genderneutral angepasst wurde und nunmehr lautet „Zeitschrift für medizinische Sachverständige“. Das typische Layout der Printversion der Zeitschrift mit dem markanten Gelb, dem Markenzeichen der Zeitschrift, wurde beibehalten.
Grundsätzlich empfehlen wir den Autoren/Autorinnen nach wie vor die Einhaltung der Regeln der deutschen Rechtschreibung entsprechend des Dudens. In Ausnahmefällen bleibt es aber dem Geschmack einzelner freigestellt, auch andere Schreibweisen, zum Beispiel mit * usw. zu verwenden. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass auch andere deutsche Zeitschriften auf diese Mode bislang verzichten.
Die Originalbeiträge befassen sich mit interessanten Themen aus der Unfallchirurgie/Orthopädie. Im Artikel von Klemm et al. wird eine interessante Untersuchung zu Versteifungen im Bereich der kleinen Gelenke dargestellt. Versteifungen der kleinen, vor allem Fingergelenke, werden entsprechend der AUB mit einer relativ geringen Invalidität nach Gliedertaxe bewertet. Diese biomechanischen Modellrechnungen, wie sie hier vorgestellt werden, bieten Anlass, diese bislang gültigen Regularien zu überdenken. Hier erwarte ich eine hoffentlich lebhafte Diskussion.
Auch die in der Arbeit von Obermeyer behandelte Problematik der neuralgischen Schulteramyotrophie (Parsonage-Turner-Syndrom) begegnet einem unfallchirurgisch-orthopädischen Gutachter in der täglichen Praxis recht häufig. Klare Regelungen in Bezug auf die Bewertung dieses Krankheitsbildes in Bezug auf die Kausalität sind dabei häufig schwierig. Die Arbeit gibt gute Ansätze für weitere Überlegungen und auch hier laden wir zu einer angeregten Diskussion ein.
Die 3. Originalarbeit von Braunschweig et al. liefert einen Beitrag zur Verbesserung der diagnostischen Kriterien bei einer der häufigsten zu begutachtenden Berufskrankheiten (Bandscheibenschäden Erkrankung; BK 2108). Dargestellt wird hier eine systematisierte Matrix der Befundkonstellationen im Abgleich zu den erhobenen Befunden und damit zur Klärung der wichtigsten Kausalitätsfrage eines belastungskonformen Schadensbildes.
Die Abstract-Zusammenschau des Jahreskongresses 2025 FGIMB – Arzt Haftpflicht gibt einen guten Überblick über den Stand des „state of the art“ bei der Beurteilung von Behandlungsfehlern. Gerade diese gutachterliche Problematik bereitet häufig erhebliche Schwierigkeiten, einen echten Behandlungsfehler von einem möglicherweise nur ungünstigen Ausgang genau zu differenzieren und stellt damit eine der schwierigsten gutachterlichen Fragestellungen dar.
Ich möchte noch einmal dazu aufrufen, sich aktiv an der Gestaltung dieser Zeitschrift als Autor zu beteiligen. Auch kleinere Kasuistiken, Einzelfalldarstellungen und dergleichen sind hier sehr willkommen. Gerade diese bereiten häufig bei der Beurteilung gutachterliche Fragestellungen aufgrund ihrer Seltenheit und fehlender Referenzen erhebliche Schwierigkeiten.
Ebenso lade ich Sie zudem ein, Vorschläge für die Erstellung von „Themenheften“ zu unterbreiten.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen bei der Lektüre der Ausgabe 02/2026 des MedSach viel Vergnügen.
Prof. Dr. med. habil. Gunter Spahn
Chefredakteur