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Zunehmende Bedeutung der Genetik in der Onkologie

Molekulare Analysen ermöglichen heute eine immer feinere Charakterisierung von Tumoren. Ein Beispiel ist das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom: Obwohl es zu den häufigsten Krebserkrankungen gehört, zerfällt es genetisch in zahlreiche Subtypen. Viele dieser Veränderungen lassen sich inzwischen gezielt behandeln.

„Je genauer wir in das Genom einer Erkrankung schauen, desto deutlicher wird ihre biologische Vielfalt“, erklärte Andreas Neubauer, Sprecher der DGIM-Task-Force Humangenetik und Leiter des Zentrums für Personalisierte Medizin am Universitätsklinikum Gießen und Marburg. „Damit wird aus einer scheinbar einheitlichen Erkrankung eine Gruppe seltener, genetisch definierter Varianten – und genau darin liegt der Schlüssel für eine präzisere Therapie.“

Diese Entwicklung beschränkt sich nicht auf die Krebsmedizin. Auch bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen werden genetische Faktoren zunehmend als entscheidend für Krankheitsverlauf und Therapieansprechen erkannt. „Genetik ist kein Spezialthema einzelner Zentren mehr“, betonte Neubauer. „Sie betrifft die gesamte Innere Medizin – in Klinik und Praxis. Internisten müssen genetische Befunde verstehen und ihre klinische Bedeutung einordnen können.“

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

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