Ziel der Therapie ist die rasche und effektive Normalisierung des Hämoglobins sowie die Auffüllung der Eisenspeicher zur Vermeidung maternaler und fetaler Komplikationen.
Orale Eisenpräparate gelten gemäß internationalen Leitlinien als Therapie der ersten Wahl bei Eisenmangel und leichter bis moderater Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft, da sie wirksam, sicher und kostengünstig sind. Typischerweise werden täglich 60 mg bis 200 mg elementares Eisen verabreicht. Allerdings ist die orale Therapie häufig durch gastrointestinale Nebenwirkungen wie Übelkeit, Obstipation oder abdominale Beschwerden limitiert, was zu eingeschränkter Adhärenz und verzögerter Therapieeffektivität führen kann.
Intravenöse Eisenpräparate sind indiziert bei Unverträglichkeit oder unzureichendem Ansprechen auf orale Eisenpräparate, moderater bis schwerer Anämie sowie bei klinischer Dringlichkeit, beispielsweise bei fortgeschrittener Schwangerschaft oder erhöhtem Transfusionsrisiko. Systematische Übersichtsarbeiten und Meta-Analysen zeigen, dass intravenöses Eisen zu einem schnelleren und stärkeren Anstieg des Hämoglobins führt als orale Eisenpräparate und mit einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden ist, den Ziel-Hämoglobinwert zu erreichen.
Darüber hinaus führt die intravenöse Therapie zu einer rascheren Auffüllung der Eisenspeicher und kann den Bedarf an Bluttransfusionen reduzieren. Moderne intravenöse Eisenpräparate wie Ferric Carboxymaltose oder Eisenderisomaltose weisen ein günstiges Sicherheitsprofil auf und können insbesondere im zweiten und dritten Trimenon sicher angewendet werden.
Insgesamt empfehlen internationale Leitlinien ein stufenweises Vorgehen mit initialer oraler Eisensubstitution und reservieren die intravenöse Therapie für definierte Indikationen, insbesondere bei klinischer Dringlichkeit oder unzureichendem Ansprechen auf orale Präparate.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden