Bei Patienten unter laufender oder jüngst beendeter – selbst inhalativer – Steroidtherapie und unklarer Verschlechterung des Allgemeinzustands ist unbedingt an eine potentielle Nebenniereninsuffizienz bzw. -krise zu denken, erklärte Martin Fassnacht vom Zentrum Innere Medizin (ZIM), Lehrstuhl Endokrinologie & Diabetologie, am Universitätsklinikum Würzburg auf dem 17. Allgemeinmedizin-Update-Seminar am 12. und 13. Mai 2023 in Hamburg.
Dann ist eine endokrine Testung essentiell. Eine erste Näherung gibt das morgendliche Serum-Cortisol; hierfür muss die Steroidtherapie aber pausiert werden. Bei den meisten Präparaten reicht hierzu eine 24- (oder 48-) stündige Pause.
- Liegt das Cortisol unter 100 nmol/l (3,6 μg/dl), ist von einer relevanten Nebenniereninsuffizienz auszugehen, die entsprechend behandelt werden muss.
- Wenn der Wert dagegen über 350 nmol/l (12,7 μg/dl) beträgt, ist dies mehr oder weniger ausgeschlossen.
- In dem Bereich dazwischen bedarf es einer weiteren Testung, am einfachsten mit dem sog. ACTH-Test.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden