Da die Symptome der Autoimmunerkrankung SLE oft unspezifisch sind, wird diese allerdings nicht immer früh erkannt. Ohne rechtzeitige Diagnose und gezielte Behandlung drohen aber bleibende Organschäden. Eine frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind daher entscheidend.
Mit der aktuellen S3-Leitlinie verfolgt die DGRh konsequent einen Treat-to-Target-Ansatz: Ziel ist es, eine Remission oder höchstens niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen und dauerhaft zu halten. Eine aktuelle Studie aus Dresden zeigt, dass diese Therapieziele im klinischen Alltag zunehmend erreicht werden. Bei 88 von 100 Patienten gelang es, die Erkrankung gut zu kontrollieren; etwa 80 Prozent erreichten sogar eine vollständige Remission. „Unsere Daten zeigen, dass das Ziel Remission auch beim SLE für viele Patienten erreichbar sind. Das unterstreicht die Wirksamkeit konsequenter, zielgerichteter Therapiestrategien“, erklärte das DGRh-Vorstandsmitglied Martin Aringer.
Auch bei einer Nierenbeteiligung (Lupus-Nephritis) haben sich die Therapieoptionen deutlich verbessert. Neue europäische Empfehlungen setzen auf den frühen Einsatz kombinierter Therapien, um schneller und nachhaltiger die Nierenfunktion zu stabilisieren, Krankheitsschübe zu verhindern und langfristige Schäden zu vermeiden – und so Prognose und Lebensqualität zu verbessern.
Darüber hinaus eröffnen innovative Zelltherapien ganz neue Perspektiven. Erste klinische Studien mit CD19-CAR-T-Zellen zeigen, dass bei schwer behandelbarem SLE tiefe Remissionen ohne weitere immunsuppressive Therapie möglich sind.
Trotz dieser Fortschritte bleibt die frühzeitige Diagnose eine Herausforderung. Unspezifische Symptome führen häufig zu Verzögerungen, wodurch wertvolle Zeit für eine wirksame Therapie verloren geht. Die DGRh empfiehlt daher ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen sowie die frühzeitige Vorstellung in spezialisierten Zentren. „Wir sehen heute, dass wir bei vielen Patienten eine stabile Krankheitskontrolle erreichen können. Gleichzeitig zeigen neue Therapieansätze, dass langfristig sogar eine Heilung denkbar wird. Entscheidend bleibt, die Erkrankung früh zu erkennen und konsequent nach modernen Therapiezielen zu behandeln“, betonte der DGRh-Präsident Ulf Wagner aus Leipzig.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden