Das Nasopharynxkarzinom unterscheidet sich von den klassischen Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Halse-Bereichs dadurch, dass es meist in jüngeren Lebensjahren auftritt und sehr häufig mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) assoziiert ist. In unseren Breitengraden ist diese Erkrankung eher eine Rarität (Inzidenz 0,5−1/100.000) während es in Asien und Nordafrika endemisch ist (Inzidenz 30/100.000).
Aufgrund der anatomischen Lage sind Resektionen dieser Tumormanifestationen fast nie möglich, so dass diese Tumoren in der Regel mittels Radiotherapie oder Radiochemotherapie behandelt werden. Aufgrund der hohen Strahlensensibilität dieser Tumoren ist im lokalisierten oder lokal-fortgeschrittenen Stadium in einem sehr hohen Prozentsatz eine Heilung möglich.
In den frühen Stadien ist die alleinige Radiatio ausreichend, während bei den lokal weit fortgeschrittenen Tumoren eine Induktions-Chemotherapie, vorzugweise mit Gemcitabin/Cisplatin für 3 Kurse, gefolgt von der Cisplatin-basierten Radiochemotherapie die Standardtherapie ist. Alternativ kann nach definitiver Radiochemotherapie eine adjuvante metronomische Therapie mit Capecitabin durchgeführt werden.
Eine adjuvante PD-1-Therapie mit Camrelizumab nach Induktions-Chemotherapie und definitiver Radiochemotherapie konnte in der DIPPER-Studie (2025) das Rückfallrisiko weiter reduzieren. Eine Zulassung in Europa existiert jedoch nicht.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden