Als Fazit für die Praxis nannte sie folgende Punkte:
· Alle fortgeschrittenen Tumore des Urogenitaltrakts sollten molekularpathologisch auf die für die jeweilige Entität relevanten Biomarker untersucht werden.
· Eine „Reflextestung“ ist (noch) nicht sinnvoll; der Umfang der Testung kann aber je nach Ressourcen vor Ort individuell diskutiert werden.
· Vor allem für immunhistochemische Untersuchungen sollte das neueste, zur Verfügung stehende Gewebe (Metastase, Lokalrezidiv o. ä.) verwendet werden.
· Bei Negativität eines (phänotypischen) Biomarkers sollte im Progress oder nach Therapie erneut eine Bestimmung erfolgen.
· Bei absehbarer Ausreizung der leitlinienbasierten Therapie sollen Patienten zeitnah in einem molekularen Tumorboard vorgestellt werden, um tumordiagnostische Biomarker anzufordern.
· Liquid Biopsy, „Multi-Omics“-Analysen und „digitale Pathologie“ einschließlich künstlicher Intelligenz werden die Biomarker-Landschaft in naher Zukunft wesentlich verändern und zunehmend prägen.
· Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist essenzieller Bestandteil einer erfolgreichen Behandlung von onkologischen Patienten.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden