Postoperative Infektionen nach Weisheitszahn-Entfernungen treten überwiegend innerhalb der ersten Woche auf und werden von patienten- sowie eingriffsbezogenen Faktoren beeinflusst, erklärte Katja Nelson von der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Freiburg auf dem 17. MKG-Update-Seminar am 30. und 31. Januar 2026 in Wiesbaden.
Die Evidenz zeigt einen präventiven Effekt einer präoperativen Antibiotikagabe (single-shot) bei der Osteotomie impaktierter Weisheitszähne, erlaubt jedoch keine Risiko-adaptierte Differenzierung. Entsprechend der aktuellen S3-Leitlinie „Perioperative und Periinterventionelle Antibiotikaprophylaxe“ (AWMF-Registernummer 067 - 009) sollte eine Antibiotikaprophylaxe ausschließlich bei chirurgischer Entfernung impaktierter, teilretinierter oder retinierter Weisheitszähne erfolgen, nicht jedoch bei einfachen Zahnextraktionen, endodontischen oder parodontal-regenerativen Eingriffen.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden