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Deutscher Wirbelsäulenkongress 2025

10. bis 12. Dezember 2025, Wiesbaden

Vom 10. bis 12. Dezember 2025 fand in Wiesbaden der Deutsche Wirbelsäulenkongress statt, die 20. Tagung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft. Inhaltliche Schwerpunkte bildeten – neben der gesamten Bandbreite degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen – insbesondere die degenerative zervikale Myelopathie, spinale Metastasen, spinale Infektionen sowie innovative Technologien, erklärte einleitend der Kongresspräsident Florian Ringel.

Wirbelsäulenerkrankungen zählen zu den häufigsten und auch komplexesten Herausforderungen in der chirurgischen Praxis. Die demografische Entwicklung, neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten sowie die zunehmenden Erwartungen der Patientinnen und Patienten stellen die Wirbelsäulenchirurgen vor stetig wachsende Anforderungen, betonte Roland Goldbrunner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Hans Clusmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie, verwies ergänzend auf die große Bedeutung von spezialisierter Pflege, Funktionsdiensten, Physiotherapie.

Die Kommission „Leitlinien und Therapieempfehlungen“ berichtete, dass im Berichtsjahr drei federführende Leitlinienprojekte erfolgreich abgeschlossen und veröffentlicht wurden: Die S2k-Leitlinie „Osteoporotische Wirbelfrakturen“, die S2k-Leitlinie „Morbus Scheuermann“ sowie die S2k-Leitlinie „Epidurale Injektionen“. Darüber hinaus befinden sich fünf weitere Leitlinien mit Federführung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft in Bearbeitung und seien für eine Fertigstellung im Jahr 2026 vorgesehen, so etwa die Überarbeitung der S2k-Leitlinie „Verletzungen der thorakolumbalen Wirbelsäule“, die S2k-Leitlinie „Frakturen der oberen Halswirbelsäule“ und die S2k-Leitlinie „Wirbelsäulenimmobilisation im Rettungsdienst“.

Hier einige der zahlreichen Themen des Kongresses:

  • Untere Rückenschmerzen zeigen keinen klinischen Einfluss auf die Bewegungsausmaße.
  • Die Asymmetrie muskulärer Veränderungen ist im Apex der degenerativen lumbalen Skoliose am ausgeprägtesten.
  • Eine Abnahme der vertebralen HU-Dichte im Routine-CT ist mit erhöhtem Schmerz, posturaler Dekompensation und reduzierter Überlebenszeit beim Multiplen Myelom assoziiert.
  • Chronologisches Alter allein ist kein Prädiktor für das Komplikationsrisiko bei Korrektur-Spondylodesen.
  • So radikal wie technisch möglich – chirurgische Therapieoptionen für Chordome der mobilen Wirbelsäule.
  • Eine Chemoprophylaxe innerhalb von 48 Stunden nach Wirbelsäulentrauma senkt signifikant das Risiko für venöse Thromboembolien ohne erhöhtes Blutungs- oder Mortalitätsrisiko.
  • Wunddrainagen verhindern Revisionsoperationen bei geriatrischen Patienten nach posteriorer Wirbelsäulenfusion.
  • Eine globale AO Spine-Umfrage zeigt Lücken beim Zugang, in der Ausbildung und im Vertrauen in robotische, navigationsgestützte und AR/VR-Techniken in der Wirbelsäulenchirurgie.
  • Eine mediale Schleifenbildung der Arteria vertebralis kann eine Implikation für die ventrale Halswirbelsäulenchirurgie sein.
  • Die Symptomdauer ist ein Prädiktor der neurologischen Erholung nach Dekompressionsoperation bei degenerativer zervikaler Myelopathie.
  • Bei intramedullären Metastasen ist das Outcome v. a. bestimmt durch den neurologischen Status und die systemische Krankheitslast, dagegen weniger durch das Resektionsausmaß.
  • Der Grad der Rückenmarkskompression in der präoperativen Bildgebung beeinflusst das postoperative Ergebnis bei spinalen Meningeomen.
  • Eine postoperative Schmerzverbesserung bei adipösen Patienten ist nicht mit einer langfristigen Gewichtsreduktion nach lumbaler Fusionsoperation assoziiert.
  • Akzidentelle Dura-Verletzungen erhöhen signifikant das Risiko postoperativer Infektionen nach lumbaler Wirbelsäulenoperation bei degenerativen Erkrankungen.
  • Eine CT-morphometrische Sarkopenie-Zunahme und ein Verlust des viszeralen Fettgewebes sind assoziiert mit einer verringerten Überlebens-Wahrscheinlichkeit und Funktion bei Multiplen-Myelom-Patienten nach autologer Stammzelltransplantation.
  • G.-M. Ostendorf, Wiesbaden