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PCOS als komplexe, heterogene Multisystemerkrankung

Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist mit einer Prävalenz von etwa einer unter acht Frauen im reproduktiven Alter die häufigste Endokrinopathie bei Frauen. Lange Zeit wurde das Krankheitsbild primär unter dem Aspekt der Infertilität und Androgenisierungs-Erscheinungen wie Hirsutismus betrachtet. Die aktuelle Evidenz verdeutlicht jedoch, dass das PCOS weit über Zyklusstörungen und Hirsutismus hinausgeht.

Heute gilt das PCOS als komplexe, heterogene Multisystemerkrankung mit endokrinen, metabolischen und reproduktiven Manifestationen. Das PCOS ist eine endokrinologische, metabolische Systemerkrankung, die lebenslange Konsequenzen für die kardiometabolische und reproduktive Gesundheit der betroffenen Frauen hat und somit eine fundamentale Neuausrichtung unserer Versorgungskonzepte erfordert, erklärt Reger-Tan in den Medizinischen Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie vom 17. Februar 2026.

Das PCOS sollte als geschlechtsspezifisches kardiometabolisches Risiko verstanden werden. Die betroffenen Frauen benötigen eine ganzheitliche und interdisziplinäre Versorgung, die das erhöhte Risiko für metabolisches Syndrom, MASLD (metabolische Dysfunktions-assoziierte steatotische Lebererkrankung), Schlafapnoe, psychische Erkrankungen und Endometriumkarzinom adressiere.

Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Gynäkologie, Endokrinologie, Diabetologie und Psychologie sowie weiteren Fachdisziplinen sei essenziell, um durch multimodale Basistherapien, evidenzbasierte Pharmakotherapie und edukative Maßnahmen die langfristige Gesundheit und Lebensqualität dieser Frauen zu gewährleisten.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden