So zeigt eine aktuelle Studie (Duijzer et al., Liver Transpl., 2026), dass es in Europa an einheitlichen Selektionskriterien für die Lebertransplantation bei polyzystischer Lebererkrankung fehlt. Rezidivierende Zysteninfektionen, eine verminderte Lebensqualität und Mangelernährung sind unter Experten als Indikationen zur Lebertransplantation anerkannt; allerdings sind diese Faktoren nur unzureichend in die Organ-Allokationssysteme integriert.
Problematisch ist auch der Umgang mit der kombinierten Leber-Nieren-Transplantation: In Deutschland ist eine Listung zur Nierentransplantation nur bei terminaler Niereninsuffizienz möglich, was eine simultane Leber-Nieren-Transplantation bei autosomal dominanter polyzystische Nierenerkrankung in den meisten Fällen unmöglich macht. Dagegen bevorzugten 40,4 % der befragten Spezialisten in diesen Fällen eine simultane Leber-Nieren-Transplantation, hauptsächlich aufgrund des günstigen immunologischen Profils und zur Prävention eines Nierenversagens.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden