Etwa 75 % der betroffenen Kinder sind jünger als vier Jahre, wobei Jungen geringfügig häufiger betroffen sind. Risikokonstellationen bestehen bei neurokognitiven Entwicklungsverzögerungen, psychiatrischen Erkrankungen sowie strukturellen oder motilitätsbedingten Erkrankungen des Ösophagus.
In westlichen Ländern stellen Münzen die häufigsten ingestierten Fremdkörper dar. Zunehmend relevant sind Knopfzellbatterien und Hochleistungsmagnete (Neodym), die mit einem erheblichen Komplikationsrisiko assoziiert sind. Die aktuelle S2k-Leitlinie (AWMF-Registernummer 001-031) betont die differenzierte Dringlichkeitsbewertung nach Fremdkörperart und Lokalisation.
In den meisten Fällen verläuft die Ingestion asymptomatisch; bei ösophagealer Lokalisation sind jedoch in bis zu 50 % Symptome vorhanden. Entscheidend für das Management sind Art des Fremdkörpers, Lokalisation sowie klinische Präsentation. Kinder mit neurologischen Beeinträchtigungen oder strukturellen Ösophagus-Erkrankungen tragen dabei ein altersunabhängig erhöhtes Risiko.
Das initiale Vorgehen orientiert sich an drei Kernfragen:
1. Welche Art von Fremdkörper wurde ingestiert?
2. Wo befindet sich der Fremdkörper?
3. Bestehen Symptome oder Hochrisikokonstellationen?
Bei Verdacht auf röntgendichte Fremdkörper ist eine Röntgendiagnostik vom Epipharynx bis zur Symphyse indiziert. Gerade bei Knopfzellbatterien oder multiplen Magneten darf keine diagnostische oder organisatorische Verzögerung entstehen, während stumpfe Fremdkörper im Magen oft mit Augenmaß beobachtet werden können.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden