Der Teufelskreis der Fatigue beschreibt eine Abnahme der Leistungsfähigkeit, die dazu führt, dass jegliche Anstrengung vermieden wird, um sich zu schonen. Dies führt zu einer Zunahme der Inaktivität der Person. Trotz dieses Schonverhaltens bleibt die Regeneration aus. Dies begünstigt wiederum Hilflosigkeit und im Weiteren eine depressive Stimmung, die zu einer weiteren Abnahme der Leistungsfähigkeit beiträgt.
Der Verlauf und die Ausprägung von Fatigue können von geringen, vorübergehenden Einschränkungen über unzureichende Alltagsbewältigung mit sozialem Rückzug bis zu einer Berufs- und Erwerbsunfähigkeit mit persönlichen finanziellen und volkswirtschaftlichen Belastungen reichen.
Die Diagnose „Fatigue“ kann mit adäquaten diagnostischen Mitteln und guten Kenntnissen des Krankheitsbildes gestellt werden. Die subjektiven Belastungen der Betroffenen sollten ernst genommen und damit die Ausgangslage für einen optimierten Umgang mit der Erkrankung geschaffen werden.
Zu den Behandlungsmethoden gehören Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie, körperliches Training sowie Aktivitäts- und Energiesparmanagement. Weitere Erkenntnisse sind notwendig hinsichtlich der Ursachen und medikamentösen Interventionen, so Zimmermann.
Zu den zentralen Behandlungszielen gehören die Minderung der verstärkenden Faktoren der Fatigue, individuelle Hilfen für den Umgang mit Beschwerden und Belastungen, die Aktivierung vorhandener Kräfte und Ressourcen sowie die Entwicklung einer gemeinsamen biopsychosozialen Sicht.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden