Eine methodisch hochwertige Übersichtsarbeit (Dal Farra et al., 2021) hat zehn randomisierte kontrolliertStudieb mit insgesamt 1.160 Teilnehmern ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen zwar einzelne Hinweise darauf, dass Osteopathie Beschwerden bei chronischen unspezifischen Kreuzschmerzen lindern könnte. Allerdings ist die Aussagekraft dieser Ergebnisse sehr gering.
Der Grund: Die zugrundeliegenden Studien haben methodische Schwächen, deshalb ist dieEvidenzqualität niedrig. Außerdem könnte ein sogenannter Publikation-Bias vorliegen. Das bedeutet, dass Studien mit positiven Ergebnissen häufiger veröffentlicht werden als Studien mit negativen Ergebnissen.
In der Gesamtschau ergibt sich daher kein nachweisbarer Nutzen der Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen. Zwei weitere aktuelle randomisierte kontrollierte Studien mit knapp 400 Studienteilnehmern (Nguyen et al., 2021) bzw. 80 Studienteilnehmern (Popovich et al., 2024) bestätigen diese Einschätzung.
Hinweise auf Schäden durch osteopathische Behandlungen wurden ebenfalls nicht gefunden. Allerdings wurden unerwünschte Nebenwirkungen in den Studien nur unzureichend erfasst.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden