die letzte Ausgabe des Jahrgangs 2026 der Zeitschrift enthält eine Reihe von Artikeln zu den unterschiedlichsten Themenbereichen der medizinischen Begutachtung. Dies umfasst Grundlagen für die Begutachtung des beruflich bedingten Handekzems (BK-Nr. 5101). Die Arbeit von Alberts et al. gibt umfassende Einblicke in die Definition des Krankheitsbildes im Sinne der BK aber auch in die Begutachtungskriterien und einen auch für den Nicht-Dermatologen interessanten Überblick über die derzeit möglichen Therapieverfahren.
Das Thema „Künstliche Intelligenz (KI)“ ist inzwischen in aller Munde. Wie der sehr interessante Beitrag von Besch zeigt, gewinnt die Verwendung von KI-basierten Hilfsmitteln auch bei den medizinischen Sachverständigen zunehmend an Bedeutung. In dieser Arbeit wird die Akzeptanz der KI bei Gutachtern unterschiedlicher Fachbereiche anhand einer explorativen Befragung eindrücklich dargestellt, aber auch die damit verbundenen noch offenen Fragen und Probleme diskutiert.
Einleitung zum MedSach-Forum 2027 „Post-COVID-Syndrom“ am 27. 01. 2027 ab 16:00 Uhr als virtuelles Webinar.
Als am 31.12.2019 der erste Fall einer Lungenentzündung unbekannter Ursache in Wuhan/China auftrat, ahnte niemand, welches Ausmaß diese Infektionskrankheit innerhalb von kürzester Zeit weltweit erlangen würde. Bereits am 11.03.2020 erklärte die WHO eine internationale Gesundheitsnotlage aufgrund der Corona-Pandemie.
Auch in kurzer Zeit veränderte diese Pandemie auch das gesamte Leben in Deutschland. Dazu sind nur exemplarisch die zunächst frustran wirkenden prophylaktischen Maßnahmen zu nennen („AHA-Regel“, die Versuche, Infekt-Ketten durch Nachverfolgung zu unterbinden usw.).
Die Aggressivität der Erkrankung, welche anders als bei üblichen Grippe-Epidemien vor allem auch jüngere gesunde Patienten betraf, stellte das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen, sodass ein Kollaps befürchtet werden musste. Anfänglich gab es keine verbindlichen Therapieregeln, abgesehen von einer symptomatischen Intensivtherapie. Hoffnung machte dann die Entwicklung der verschiedenen Impfstoffe, die schließlich flächendeckend zur Anwendung gebracht werden konnten. Die Lockdowns in Deutschland zwischen 2020 und Frühjahr 2021 brachten zunächst das gesamte gesellschaftliche Leben zum Erliegen. Erst am 05.05.2023 konnte die WHO den internationalen Gesundheitsnotstand (Pandemielage) beenden.
In Deutschland wurden insgesamt 38,4 Millionen Corona-Infektionen offiziell registriert und nach Angaben des RKI sind bis Ende 2023 rund 175.000 Patienten verstorben.
Auch nach überstandener Erkrankung leiden etwa 6 % der Betroffenen unter gesundheitlichen Problemen; dieses Phänomen ist seit Frühjahr 2020 bekannt und wird als „long COVID“ bezeichnet. Die Begutachtung des Post-COVID-Syndroms betrifft alle Bereiche der Begutachtung (Rentenversicherung, soziales Entschädigungsrecht, private Berufsunfähigkeit usw.).
Besondere Bedeutung hat dabei die Begutachtung des Post-COVID als Berufskrankheit bei Beschäftigten des Gesundheitswesens. Nach persönlicher Mitteilung durch die BGW wurden hierzu inzwischen über 12.000 Zusammenhangsgutachten in Auftrag gegeben.
Wie kontrovers die Auffassungen bezüglich der Begutachtungskriterien des Post-COVID-Syndroms sind, zeigt die Diskussion um den Aufsatz von M. Blume in Heft 4/2026 sowie die kritische Stellungnahme von A. Mainz-Perchalla (Heft 5/2026) sowie die abschließende Stellungnahme aus der Redaktion in diesem Heft.
Diese gutachterlichen Kriterien zu diesem neuen Krankheitsbild möchten wir mit Ihnen auf dem MedSach Forum eingehend diskutieren und es ist uns gelungen, zu diesen Thematiken der unterschiedlichen Fachgebiete vier namhafte Referenten zu gewinnen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Prof. Dr. med. habil. Gunter Spahn
Chefredakteur