Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Weiterhin hohe Sterblichkeit bei schwerer Alkohol-assoziierter Hepatitis

Trotz besserer intensivmedizinischer Versorgung und verbesserter supportiver Betreuung bleibt unklar, ob sich die Kurzzeit-Prognose in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich verbessert hat. In einer aktuellen Meta-Analyse (Aliment Pharmacol Ther., 2025) wurden nun Trends der 28-, 60- und 90-Tage-Letalität über fünf Dekaden untersucht. Dabei fand sich folgende Gesamtsterblichkeit:

·         28 Tage: 26,8 %

·         60 Tage: 35,1 %

·         90 Tage: 43,7 %

Der MELD-Score war in multivariaten Modellen der stärkste unabhängige Prädiktor der Letalität. Eine formale Dekaden-basierte Analyse zeigt keine statistisch valide Verbesserung der Kurzzeitmortalität in den letzten 40 Jahren.

Die Meta-Analyse bestätigt eindrücklich, dass die Kurzzeit-Mortalität bei schwerer Alkohol-assoziierter Hepatitis trotz moderner Versorgung auf einem hohen Niveau verharrt und sich über Jahrzehnte nicht signifikant verbessert hat, kommentierte Berg diese Ergebnisse. Die Daten verdeutlichen, wie begrenzt die Wirksamkeit der verfügbaren medikamentösen Therapien (einschließlich Kortikosteroiden) sei und wie zentral die frühe Identifikation von Hochrisikopatienten bleibe. Diese Ergebnisse unterstreichen u. a. den weiterhin den Bedarf an klar definierten Kriterien für eine frühzeitige Lebertransplantation.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden