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Wann ERCP zur Therapie von Galle-Lecks nach Cholezystektomie?

Eine retrospektive, systematische Übersichtsarbeit von Patel et al. (Medicine / Baltimore, 2026) bewertet, wie der ERCP-Zeitpunkt klinische Ergebnisse bei Erwachsenen mit Galleleckagen nach der Cholezystektomie beeinflusst. Es wurden neun retrospektive Kohortenstudien mit insgesamt 2.306 Patienten eingeschlossen.

 

Die Definitionen von "früher" ERCP reichten von ≤ 1 bis 3 Tagen bis ≤ 3 Wochen nach der Diagnose. Die Gesamtdichtungsraten waren hoch (81 % bis 100 %). Frühe ERCP (≤ 3 Wochen) war mit einer höheren Leckschließung verbunden (92 % versus 75 %) und niedrigeren Gallenverengungsraten (18 % versus 46 %). Die Komplikationsraten lagen zwischen 6,9 % und 24 %.

 

Eine große Studie berichtete über weniger unerwünschte Ereignisse mit verzögerter ERCP (> 3 Tage: 16,7 %) im Vergleich zu Notfall-ERCPs (< 3 Tage: 30 %). Die Sterblichkeit war niedrig (0–7,7 %), mit höherer Sterblichkeit bei den Fällen mit Notfall-ERCP.

 

Frühe ERCP (innerhalb von 72 Stunden bis 3 Wochen) verbessert in der Regel den Leckage-Verschluss und reduziert Strikturen, aber eine Notfall-ERCP bei instabilen Patienten kann das peri-interventionelle Risiko erhöhen, kommentiert Wedemeyer diese Ergebnisse. Für die gelebte klinische Praxis bedeute dies, dass eine möglichst frühe ERCP erstrebenswert sei, dies aber nicht im Rufdienst erfolgen müsse/sollte.

 

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden