„Die von vielen Klägern offensichtlich genutzte KI kennt sich im Sozialrecht nicht wirklich gut aus und empfiehlt daher oft unsinnige Anträge. Auch diese müssen aber von den Gerichten bearbeitet werden. Das blockiert uns bei der Bearbeitung der übrigen Fälle», erläuterte die Präsidentin des Bayerischen Landessozialgerichts, Edith Mente, in einer Meldung vom 6. August 2026.
Bereits im Jahr 2025 waren die Klageeingänge deutlich gestiegen. Dieser Trend hat sich 2026 nochmals deutlich verstärkt. In der ersten Instanz, also bei den sieben bayerischen Sozialgerichten, stiegen die Eingangszahlen in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um rund 26 Prozent. Einen besonders starken Zuwachs gab es dabei auch im Fachgebiet Krankenversicherung (+35 Prozent). Auch die Verfahren des Eilrechtsschutzes haben sich insgesamt mehr als verdoppelt.
„Eine Trendwende ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten“, hieß es. Die außergewöhnliche Verfahrensdichte binde erhebliche personelle und organisatorische Ressourcen. Auch die enorm angestiegene Zahl der vorrangig zu bearbeitenden Anträge im Eilrechtsschutz habe zur Folge, dass bei Klagen mit spürbaren Verzögerungen zu rechnen sei.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden