In der 2025 aktualisierten Leitlinie der ASCO (J Clin Oncol., 2025) wurde die Empfehlung zur Ovarialsuppression mit Gonadotropin-releasing Hormon Agonisten (GnRHa) bei Frauen aktualisiert. Im Vergleich zur Leitlinie von 2018 ist deren Einsatz zwar weiterhin nicht als Ersatz für bewährte Methoden zum Fertilitätserhalt – wie die Kryokonservierung von Eizellen, Embryonen oder Eierstockgewebe – empfohlen, jedoch können GnRHa jungen Frauen mit Brustkrebs als Therapieoption angeboten werden. Das statistische „Risiko“ beim Einsatz von GnRHa, die Ovarialfunktion zu erhalten, liegt bei 60 %. Nach Beendigung der Therapie wird das relative „Risiko“ einer Schwangerschaft auf 1,83 beziffert.
Die vorhandene Evidenz bezieht sich vorwiegend auf Patientinnen mit Brustkrebs, weshalb Nutzen und Risiken des Einsatzes von GnRHa bei anderen Tumorentitäten noch nicht beurteilt werden können.
Neu ist auch die Empfehlung zum Einsatz von GnRHa zur Unterdrückung der Menstruationsblutung bei akut behandlungsbedürftigen Patientinnen, die dringend eine Chemotherapie benötigen. Die Nebenwirkungen der Therapie treten als menopausale Symptome auf, zu denen Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und die Demineralisierung von Knochensubstanz gehören. Diese sind nach Abschluss der Behandlung allerdings reversibel.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden