Kreuzbeinfrakturen werden zunehmend als bedeutendes klinisches Problem erkannt, insbesondere bei älteren Erwachsenen mit durch Osteoporose bedingter reduzierter Knochenstabilität. Allerdings sind nationale Daten zu langfristigen Trends in Inzidenz, diagnostischen Ansätzen, Behandlungsmustern und der Erkennung zugrundeliegender Knochenfragilität begrenzt.
In einer retrospektive Beobachtungsstudie anhand nationaler Krankenhaus-Entlassungsdaten des Statistischen Bundesamtes erfolgte eine Analyse bundesweiter Trends bei der Inzidenz von Kreuzbeinfrakturen, der Nutzung bildgebender Verfahren, Behandlungsstrategien und der Dokumentation von Osteoporose. Alle stationär behandelten Patienten mit der Hauptdiagnose „Fraktur des Os sacrum“ (ICD-10-GM: S32.1) zwischen 2005 und 2023 wurden in die Studie eingeschlossen. Als Fragilitäts-Frakturen wurden als Fälle bei Personen ab 65 Jahren definiert.
Als Ergebnis zeigte sich, dass die Anwendung von Schnittbild-Diagnoseverfahren zugenommen hat. Dabei blieben die operativen Behandlungsraten unverändert hoch und Osteoporose wird weiterhin stark unterdiagnostiziert. Diese Trends verdeutlichen verpasste Möglichkeiten der Sekundärprävention und unterstreichen die Notwendigkeit integrierter, auf den Knochen fokussierter Fraktur-Behandlungsmodelle, so die Studienautoren.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden