Die Risikofaktoren für SUDEP wurden bislang vornehmlich in retrospektiven Datenanalysen herausgearbeitet. Nach aktuellen Studiendaten wird das Bild bezüglich SUDEP nun immer klarer und valider:
1. SUDEP ist für einen großen Teil der erhöhten Mortalität bei Menschen mit aktiver Epilepsie verantwortlich.
2. SUDEP ist ein postiktales Phänomen, das in aller Regel nach bilateralen/generalisierten tonisch-klonischen Anfällen auftritt. Eine postiktale EEG-Suppression ist beim SUDEP verbunden mit einer postiktalen zentralen Apnoe, die dann zu malignen Herzrhythmusstörungen bis zum SUDEP führt. Eine längere postiktale zentrale Apnoe (> 14 Sekunden) im Video-EEG-Monitoring kann als Warnzeichen gelten.
3. Risikofaktoren sind nächtliche tonisch-klonische Anfälle, die unüberwacht und in Bauchlage enden.
4. SUDEP sollte angesprochen und mit den Betroffenen sollte besprochen werden, ob eine nächtliche Überwachung (z.B. mit NightWatch / Epi-Care) zumindest bei Hochrisikopatienten sinnvoll sein kann.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden