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BK 2104: Das vibrationsbedingte vasospastische Syndrom

Das vibrationsbedingte vasospastische Syndrom (VVS; auch Hand-Arm-Vibrationssyndrom genannt) entsteht durch den beruflichen Einsatz vibrierender Handwerkzeuge. Die für die Erkrankung relevanten Frequenzen liegen im Niederfrequenzbereich, d. h. innerhalb der Resonanzfrequenz des menschlichen Körpers (5–10 Hz) bzw. des Hand-Arm-Systems (100–300 Hz).

Das VVS umfasst drei Hauptkomponenten:

1.    Neurosensorische Komponente: Diese umfasst eine periphere Neuropathie der Hände, die zu Symptomen wie „Nachklingeln“, Taubheit, Dysästhesien, Schmerzen sowie Störungen der Feinmotorik und Geschicklichkeit führen kann. Häufig tritt auch ein Karpaltunnelsyndrom auf.

2.    Vaskuläre Komponente: Charakteristisch sind Kälteempfindlichkeit, ein sekundäres Raynaud-Phänomen und akrale Ischämie-Syndrome durch Arterienverschlüsse an den Fingern und Händen.

3.    Muskuloskelettale Komponente: Diese ist in der Regel weniger ausgeprägt und äußert sich durch unspezifische Symptome wie muskuläre Schwäche, rasche Ermüdbarkeit, Myalgien und Schmerzen in Weichteilen und Gelenken.

Das VVS ist unter der Berufskrankheitennummer BK 2104 gelistet. Bereits der Verdacht auf die Erkrankung ist gegenüber der zuständigen Berufsgenossenschaft meldepflichtig. In Deutschland werden jährlich ca. 100 Fälle mit Verdacht auf eine BK 2104 angezeigt; ca. 25 Fälle davon werden letztlich als Berufskrankheit anerkannt. Bei etwa 1,5 Millionen Beschäftigten in der Bundesrepublik Deutschland, die in Branchen arbeiten, die einer Exposition gegenüber Hand-Arm-Schwingungen ausgesetzt sind, ist allerdings von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, so Klein-Weigel.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden