Eine einseitige Verschattung der Kieferhöhle im CT ist hoch suspekt auf das Vorliegen einer odontogenen Sinusitis. Darüber hinaus können aber auch noch weitere Verschattungsmuster auf das Vorliegen einer odontogenen Sinusitis hinweisen. Häufig besteht neben der partiellen oder vollständigen Verschattung der Kieferhöhle auch eine Verdickung der Mukosa oder eine Verschattung der ipsilateralen vorderen Siebbeinzellen (70 %) und der Stirnhöhle (40 %).
Der Goldstandard für die Diagnostik der odontogenen Sinusitis ist das Low-Dose-CT oder die digitale Volumentomographie (DVT). Bei der Bilderstellung ist darauf zu achten, dass sowohl der Alveolarfortsatz als auch das Infundibulum der Kieferhöhle vollständig dargestellt sind. In naher Zukunft sind KI-assistierte Auswertungen zu erwarten.
Die funktionell endoskopische Chirurgie der Kieferhöhle über den mittleren Nasengang (FESS) ist der Goldstandard zur Verbesserung der Drainage und der Ventilation der Kieferhöhle bei einer Sinusitis maxillaris. Die Indikation wird gestellt, wenn es trotz ausreichender zahnärztlicher Behandlung nicht zu einer Abheilung der Sinusitis kommt oder wenn primär ein Abfluss aus der Kieferhöhle durch einen verschlossenen ostiomeatalen Komplex nicht möglich ist. Bei gegebener Expertise in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sollten dann die zahnärztliche Fokussanierung und eine FESS simultan erfolgen.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden