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Zentralarterienverschluss der Retina als „Augen-Schlaganfall“

Internationale Fachgesellschaften (u. a. American Heart Association / American Stroke Association und European Stroke Organisation) empfehlen, den Zentralarterienverschluss wie einen „akuten ischämische Schlaganfall“ zu behandeln: Mit sofortiger Triage, standardisiertem Schlaganfall-Protokoll und frühzeitiger Sekundärprophylaxe.

Die Frage nach einer systemischen oder lokalen Thrombolyse ist der derzeit wichtigste Streitpunkt und Forschungsfokus. Traditionelle Maßnahmen wie Augenmassage, Parazentese, Senkung des Augendrucks, Vasodilatatoren oder „Carbogen“ werden in aktuellen Leitlinien nicht mehr als evidenzbasierte Standardtherapie empfohlen, da ein gesicherter Nutzen fehlt.

Daraus ergeben sich folgende Konsequenzen, so Hattenbach:

Jede akute, schlagartig aufgetretene monokuläre Visusminderung mit Verdacht auf Zentralarterienverschluss ist als „Augen-Schlaganfall“ zu werten → sofortige Klinikvorstellung und Stroke-Unit-Kontakt, keine zeitintensiven Prozeduren in der Praxis.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden