Das belegt eine landesweite bevölkerungsbasierte Studie aus England (Rheumatology (Oxford), 2026), welche zwischen 2012 und 2023 Inzidenz, Sterblichkeit und Komplikationen des systemischen Lupus erythematodes (SLE) bei 4.937 neu diagnostizierten Patienten im Vergleich zu 19.707 alters-, geschlechts- und praxisgematchten Kontrollpersonen untersuchte.
Obwohl die SLE-Inzidenz in allen ethnischen Gruppen im Studienzeitraum zurückging, blieb die Krankheitslast erheblich. Patienten mit SLE hatten ein mehr als doppelt so hohes Sterberisiko wie die Allgemeinbevölkerung und wiesen ein erhöhtes Risiko für nahezu alle untersuchten Komplikationen auf.
Die höchste Inzidenz wurde bei Personen mit schwarzem ethnischem Hintergrund, insbesondere bei Menschen karibischer Herkunft, beobachtet. Zudem zeigten schwarze SLE-Patienten im Vergleich zu weißen SLE-Patienten eine höhere Sterblichkeit sowie ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus, thrombotische Ereignisse, Myokarditis bzw. Perikarditis und interstitielle Lungenerkrankungen.
Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse, dass trotz rückläufiger Neuerkrankungsraten weiterhin eine deutlich erhöhte Morbidität und Mortalität bei SLE besteht und dass erhebliche ethnische Unterschiede im Krankheitsverlauf und bei den Langzeitfolgen bestehen, fasste Weinmann-Menke zusammen.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden