Im besten Fall erfolgt die Kontrolle nach ungestauter Blutabnahme mit rascher Messung im Ionometer (sofern in der Praxis vorhanden). Zusätzlich gibt das EKG einen guten Hinweis zur klinischen Relevanz – erhöhte Gefahr droht bei hoher T-Welle und akute Lebensgefahr bei zunehmender Sinuskurve.
Wesentliche Risikofaktoren beinhalten chronische Nierenerkrankungen, Diabetes, die Gabe von RAS-Blockern u. a. Klinisch ist eine Hyperkaliämie mit erhöhter Hospitalisierungsrate und erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert.
Sicher der häufigste Grund für eine (vermeintliche) Hyperkaliämie ist allerdings der präanalytische Fehler, so Floege, d. h. Ereignisse zwischen Blutabnahme und Messung. Hier hilft das Memo „Stau-Stochern-Stolpern“:
Bei zu langem Stau entwickelt sich eine Azidose im Arm, die zum Einstrom von H+ in die Zellen und zum kompensatorischen Ausstrom von K+ aus den Zellen führt. Noch häufiger wird eine Pseudo-Hyperkaliämie durch die Zerstörung von Zellen (Stochern und Stolpern, d. h. mechanische Zerstörung von Erythrozyten) mit Freisetzung des hohen intrazellulären Kaliums bedingt. Auch lange Transportwege von Blutproben führen zur Lyse von Blutzellen und Kalium-Freisetzung.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden