Im Langzeitverlauf führt die chronische Pankreatitis, insbesondere die exokrine Insuffizienz, zu Mangelernährungszuständen, bei denen vornehmlich Proteine und fettlösliche Vitamine unzureichend aufgenommen werden. Kofaktoren wie Schmerzen mit konsekutivem Appetitverlust oder ein chronischer Alkoholabusus verstärken die Malnutrition. Zudem begünstigt die systemische Inflammation der chronischen Pankreatitis katabole Prozesse und den Muskelabbau.
Ist dieser ausgeprägt, kann eine Sarkopenie auftreten. Diese wiederum beeinträchtigt die Insulinsensitivität und führt zu einer verminderten Knochendichte. Klinisch wird eine Sarkopenie anhand der Abnahme der Muskelkraft (Handgriffkraft), der Muskelmasse und der Gehgeschwindigkeit definiert. Bei Vorliegen einer Sarkopenie ist die Pankreas-Enzymersatz-Therapie ein wesentlicher Bestandteil eines multimodalen Therapiekonzeptes, das durch Ernährungsinterventionen und Physiotherapie ergänzt werden sollte.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden