Die PPCM ist definiert als Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF < 45 %) ohne andere erklärende Ursache der Herzinsuffizienz, die im peripartalen Zeitraum oder in den Monaten nach Entbindung, Schwangerschaftsabbruch oder Fehlgeburt auftritt. Bei PPCM handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose; sie erfordert aufgrund der akuten Gefährdung von Mutter und Kind ein rasches, strukturiertes Vorgehen.
Klinisch bedeutsam ist die PPCM, weil sie häufig postpartal manifest wird, initial leicht mit physiologischen Veränderungen verwechselt werden kann und unbehandelt zu kardiogenem Schock, Arrhythmien, Thromboembolien sowie zu bleibender linksventrikulärer Dysfunktion führen kann.
Eine PPCM kann sich schleichend mit unspezifischen Symptomen (Belastungsdyspnoe, Orthopnoe, Ödeme, Leistungsknick) oder als akute Herzinsuffizienz (häufig NYHA III/IV) präsentieren. Mildere Verläufe werden besonders postpartal häufig als „normal“ fehlinterpretiert.
Wichtige Differenzialdiagnosen umfassen u. a.:
· Myokarditis (soll ausgeschlossen werden)
· Akute Koronarsyndrome, Lungenembolie, relevante Klappenvitien, vorbestehende dilatative Kardiomyopathie, hypertensive Entgleisungen / Präeklampsie-assoziierte kardiale Dysfunktion
Bei PPCM + Präeklampsie besteht ein Zusammenhang mit einem höheren Risiko eines ungünstigen neonatalen Outcomes, so Seeland.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden