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„Naturheilverfahren“ in der Onkologie

Präsentiert wurden allerdings überwiegend komplementär- bzw. alternativmedizinische Konzepte – so die „zahnmedizinische Störfeldsuche“ bei onkologischen Patienten, die „Herd-, Störfeld- und Frühdiagnostik mittels Biothermologie“ zur Früherkennung von Brustkrebserkrankungen und zur Verlaufskontrolle nach Mammakarzinom, der Einsatz von Mistel-Hochdosistherapie unter stationären Bedingungen oder die Ganzkörperhyperthermie und die aktive Fiebertherapie in der onkologischen Behandlung.

Der (einschlägig bekannte) Zahnarzt und Heilpraktiker Johann Lechner aus München behauptete etwa, die „chronische Protein-Expression aus verkannter Kieferinflammation“ aktiviere Tumorgene, und präsentierte angebliche „wissenschaftliche Analysen zur Integrativen Oral Onkologie“.

Auch der „Phytotag“ stand unter dem Thema Onkologie, wobei es aber nicht um isolierte Naturstoffe gehen sollte, die schon seit längerer Zeit Einzug in die Tumortherapie gehalten haben, „sondern vielmehr um Ganzpflanzenextrakte, die zumeist adjunktiv eingesetzt werden können“. Neben der Mistel wurden hier auch weitere Pflanzen sowie Pilze mit angeblich entsprechendem therapeutischem Potential diskutiert.

Tatsächlich wurde erst kürzlich in der aktuellen S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“ (Version 5.0 vom Dezember 2025; AWMF-Registernummer: 032-045OL) auf das Risiko hingewiesen, dass Patienten und Therapeuten der Wirksamkeit komplementärmedizinischer Maßnahmen so viel Vertrauen schenken, dass sie zugunsten dieser Maßnahmen die konventionelle Karzinomtherapie aufgeben. Folglich handele es sich dann um alternative Verfahren, welches aufgrund der offensichtlichen Risiken für die Gesundheit der Patienten gerade nicht durchgeführt werden sollen.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

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