Die Awareness für diese Krankheitsbilder muss erhalten bleiben, auch wenn sie in den letzten Jahrzehnten durch die Einführung der Konjugat-Impfstoffe sehr viel seltener geworden sind. Aufgrund der schweren Folgen einschließlich Tod ist die Aufmerksamkeit dafür in der täglichen klinischen Praxis von elementarer Bedeutung.
Eine besondere Rolle spielen heute invasive Infektionen mit Gruppe A Streptokokken (Streptococcus pyogenes), zumal diese sich durch eine hohe Letalität auszeichnen. Sie sind nicht impfpräventabel und sind in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden sind – sowohl in absoluten Zahlen wie auch im prozentualen Vergleich mit anderen Erregern. Somit haben sie erheblich an Bedeutung gewonnen haben.
Hervorzuheben ist der Stellenwert der Postexpositionsprophylaxe bei invasiven Infektionen mit Gruppe A Streptokokken, zumal die Übertragung im Haushalt durch engen Kontakt erfolgt. Das ist jedoch noch viel zu wenig in der Ärzteschaft bekannt, kritisierte Berner.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden