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Kompression und manuelle Lymphdrainage beim Erysipel erlaubt

Im Gegenteil, Kompression ist sogar erwünscht, so der Verweis auf ein Studien-basiertes Konsensus-Dokument (Stücker, M., Phlebologie, 2025). Kompression vermag dabei sowohl Schmerzen als auch Ödeme zu reduzieren und ermöglicht durch die Entstauung ein besseres Anfluten der Antibiotika.

Mit klinischem Ansprechen der Antibiose, also mit Einsetzen der Fiebersenkung, Schmerzregredienz und Abblassen der Rötung, kann auch die manuelle Lymphdrainage fortgeführt bzw. wiederaufgenommen werden. Auch die frühzeitige Anwendung medizinisch-adaptierter Kompressionssysteme (MAK) ist beim Erysipel möglich, kann die Genesung beschleunigen und die Entzündung lindern.

In einer prospektiv 1:1 randomisiert kontrollierten Studie (Dräger, S. et al., J Dtsch Dermatol Ges., 2025) wurden 34 Erysipel-Patienten entweder mit Standardtherapie (Antibiose, Bettruhe, Kühlkompressen) oder mit Antibiose und MAK behandelt. Sämtliche Symptome des Erysipels, insbesondere der Schmerz und Bewegungseinschränkung, klangen signifikant früher und stärker ab in der MAK-Gruppe als unter Standardtherapie. Komplikationen wurden keine beobachtet. Lag das initiale CRP über 50 mg/dl, war auch dessen Reduktion unter MAK im Vergleich zur Standardtherapie beschleunigt.

Lange war umstritten, wann denn der geeignete Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Kompression sei. Die vorliegende Studie belegt ein weiteres Mal, dass eine binnen 24 Stunden ab Erysipel-Diagnose begonnene Kompression keinerlei negative Effekte erwarten lässt, so Mühlberg; ganz im Gegenteil.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden