Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Erhöhtes Sturzrisiko bei Pflegeheimbewohnern unter neuer antihypertensiver Therapie

Das belegt eine aktuelle Analyse der Daten der Pflegeheimbewohner der Veterans Health Administration, welche die Beziehung zwischen dem Beginn einer antihypertensiven Therapie und dem Frakturrisiko analysierte (Dave, C.V. et al., JAMA Intern Med., 2024). Dabei fand sich eine 2,42-fache Risikoerhöhung. Eine besonders stark ausgeprägte Risikoerhöhung zeigte sich bei Demenzpatienten und bei Bewohnern, die zuvor noch keine antihypertensive Therapie erhalten hatten. Der Beginn einer antihypertensiven Therapie ging zusätzlich mit einem erhöhten Risiko für schwere Stürze, die eine Krankenhaus-Aufnahme oder den Besuch einer Notaufnahme erforderlich machten, einher.

Gerade bei Pflegeheimbewohnern sind Frakturen mit einer deutlichen Verschlechterung der Lebensqualität und einer Reduktion der Lebenserwartung verbunden, kommentierte Bauer. Zum Beispiel liege die Ein-Jahres-Mortalität nach Hüftgelenksfraktur bei Pflegeheimbewohnern immer noch bei über 40 %.

Vor diesem Hintergrund muss zum einen der zu erwartende Nutzen einer antihypertensiven Therapie gegen das erhöhte Frakturrisiko abgewogen werden. Zum anderen sollte die Startphase einer antihypertensiven Therapie besonders umsichtig gestaltet werden. Dies umfasst unter anderem niedrige Einstiegsdosen bei sorgfältigem Blutdruck-Monitoring, wobei ein besonderes Augenmerk auf niedrige diastolische RR-Werte gelegt werden sollte. Bei Pflegeheimbewohnern mit Demenz sollte seitens der Pflege zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden