Auf dem letzten ACR-Meeting in Washington habe Melanie Hagen aus der Arbeitsgruppe von Georg Schett in Erlangen zusammenfassend die Ergebnisse der CAR-T-Zelltherapie von inzwischen 35 Patienten im sog. Compassionate Use Programm mit verschiedenen, schweren, zuvor therapierefraktären Autoimmunerkrankungen (SLE, Myositis, systemische Sklerose) vorgestellt (Hagen, M. et al., Arthritis Rheumatol., 2024).
Alle bisher in Erlangen mittels CAR-T-Zellen behandelten Patienten befinden sich seitdem in therapiefreier Remission, bis auf einen Patienten mit einer Myositis, welcher nach über einem Jahr ein Rezidiv entwickelte. Das in der Hämatologie bekannte therapieassoziierte Cytokine-Release-Syndrom und ein Immunzell-assoziiertes Neurotoxizitäts-Syndrom waren bei der CAR-T-Zelltherapie von Autoimmunerkrankungen seltener und vor allem in der Schwere geringer ausgeprägt. An schwereren Infektionen wurden 6 Pneumonien verzeichnet.
Die CAR-T-Zelltherapie schwerer Autoimmunerkrankungen hat, ausgehend von der Klinik von Georg Schett, rasch Forschungsaktivitäten weltweit, vor allem auch in US-amerikanischen und asiatischen Zentren, stimuliert. Auch wenn die Prozedur aufwändig und kostenintensiv ist, bietet diese Therapie doch erstmalig die Chance auf eine „Heilung“ einer schweren, ansonsten therapierefraktären Autoimmunerkrankung, so Rubbert-Roth; aber: „Wir werden sicher größere Patientenzahlen und längere Verläufe nach Therapie abwarten müssen, um diese Option besser im Therapie-Algorithmus einordnen zu können.“
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden