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Aktuelle Leitlinie zum Schutz vor Über- und Unterversorgung

Gesundheitssysteme mit einem strukturierten primärärztlichen System führen zu einer besseren Lebensqualität von Patienten mit chronischen Gesundheitsproblemen, so die Autoren einleitend. Häufig auch noch getrieben durch die wirtschaftlichen Interessen der pharmazeutischen Industrie, verzettele sich im Gegensatz dazu eine unkoordinierte Medizin in immer kleinteiligeren Fortschritten und Pseudo-Innovationen, die das Budget der Krankenkassen belasten und ohnehin knappe Personalressourcen vergeuden, aber den Patienten wenig bringen. Sie führe zu Überversorgung und Fehlern, die sogar Morbidität und Mortalität steigern können.

 

Die Umverteilung von kostenintensiven Innovationen und Pseudo-Innovationen (Überversorgung) hin zu meist kostengünstigen bewährten medizinischen Maßnahmen (angebliche Unterversorgung) könnte neben der Abnahme von Morbidität gleichzeitig zu verantwortungsvollerer Nutzung der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen führen und zur Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung.

 

Diese Leitlinie will durch Zusammenfassung der wichtigsten Leitlinienempfehlungen zu Über- und Unterversorgung zu einer besseren, gerechteren, sichereren und menschenfreundlicheren Medizin beitragen. Die Vorgehensweise zur Erstellung der Leitlinie versucht, drei der methodischen Herausforderungen für „Choosing Wisely“-Initiativen umzusetzen:

1.    Systematischer Bezug auf die Evidenzbasis

2.    Berücksichtigung auch von Unterversorgung

3.    Transparente Anwendung eines Priorisierungsprozesses

 

Somit dürfte diese Leitlinie auch für Gutachter im Bereich der Krankenversicherung (Krankheitskostenversicherung) durchaus von Interesse sein.

 

https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/053-045LG

 

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden