Auch wenn eine Hautveränderung äußerlich klein erscheint, erfordert eine Operation mitunter sorgfältige Planung – etwa, wenn der Tumor tiefer in Richtung Knorpel gewachsen ist. Wird diese Ausdehnung erst während des Eingriffs deutlich, erschwert das die Entfernung des Tumors und die anschließende Wiederherstellung. Gerade an der Nase hat dies unter Umständen Folgen für das Aussehen und in einzelnen Fällen auch für die Atmung.
„Mit hochfrequentem Ultraschall können wir vor einer Operation besser einschätzen, ob ein Tumor nur oberflächlich wächst oder ob angrenzende Strukturen betroffen sind“, erklärte Diana Crisan, Oberärztin an der Klinik für Dermatologie und Allergologie des Universitätsklinikums Ulm und Mitglied der DEGUM-Sektion Dermatologie. „Das hilft uns, Patienten realistischer zu beraten und eine mögliche Rekonstruktion frühzeitig mitzudenken.“
Bei der Untersuchung wird ein spezieller Ultraschallkopf eingesetzt, der die Gewebeschichten direkt unter der Haut sehr genau darstellen kann. Der Befund kann Einfluss darauf haben, welche Therapie infrage kommt:
· Bei sehr oberflächlichen Basalzellkarzinomen können unter bestimmten Voraussetzungen lokaltherapeutische Verfahren wie Cremes, Lichttherapie oder Kryotherapie möglich sein.
· Zeigt der Ultraschall dagegen, dass ein Tumor tiefer reicht oder unregelmäßig wächst, spricht dies eher für eine Operation, die entsprechend sorgfältig geplant werden muss.
· Bei Befunden, die auf einen fortgeschrittenen Krankheitsverlauf hindeuten, beispielsweise bei Schädigungen des darunterliegenden Knochens, die sonografisch gut dargestellt werden können, wird von einem operativen Eingriff eher abgeraten. In diesem Fall kommen andere Behandlungsformen infrage, etwa moderne Medikamente oder eine Strahlentherapie.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden