Springe auf Hauptinhalt Springe auf Hauptmenü Springe auf SiteSearch

Tokolyse als zentrale therapeutische Maßnahme bei drohender Frühgeburt

Diese Zeitspanne dient insbesondere der Applikation antenataler Kortikosteroide, gegebenenfalls der Magnesiumsulfat-Gabe zur fetalen Neuroprotektion sowie dem mütterlichen Transfer in ein spezialisiertes Perinatalzentrum. Die klinische Relevanz tokolytischer Therapien bemisst sich daher vor allem an ihrer Fähigkeit, die Geburt um mindestens 48 Stunden oder idealerweise um sieben Tage hinauszuzögern.

 

Die Wirksamkeit und Sicherheit tokolytischer Therapien bei drohender Frühgeburt wurde in einer umfassenden Cochrane-Netzwerk-Meta-Analyse untersucht, in die 122 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 13.697 Schwangeren eingeschlossen wurden. Zusammenfassend belegen die zahlenbasierten Ergebnisse der Cochrane-Analyse, dass Tokolytika die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Geburtsverzögerung signifikant erhöhen können. Die höchsten relativen Effekte für eine Verzögerung um ≥ 48 Stunden und ≥ 7 Tage zeigten NO-Donoren, Calciumkanalblocker, Oxytocin-Antagonisten sowie Kombinationstherapien. Ein Einfluss auf die neonatale Mortalität konnte jedoch für keine Substanzklasse nachgewiesen werden.

 

Die klinische Relevanz der Tokolyse liegt daher primär im zeitlichen Gewinn für evidenzbasierte perinatale Maßnahmen, während die Wahl des Tokolytikums maßgeblich durch das maternale Nebenwirkungsprofil bestimmt werden sollte, fasste Kagan die Ergebnisse zusammen.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden