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Steuerung der Therapiedauer bei Sepsis durch Procalcitonin

Beim septischen Schock reduziert die sofortige antibiotische Therapie zwar die Sepsis-bedingte Sterblichkeit; Antibiotika werden aber oft zu lange gegeben. Laut der Surviving-Sepsis-Guidelines wird das Procalcitonin als Hilfestellung, neben der klinischen Beurteilung, zum Absetzen der antimikrobiellen Therapie empfohlen.

Zuletzt wurde 2025 zu der Thematik die randomisiert-kontrollierte ADAPT-Studie in JAMA publiziert. In dieser großen multizentrischen Studie an 41 Intensivstationen des britischen National Health Service (NHS) wurde die Wirksamkeit eines Procalcitonin-(PCT) und eines C-reaktiven Protein-(CRP) basierten Protokolls im Vergleich zur Standardversorgung ohne Biomarker untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Antibiotikadauer in der PCT-Gruppe im Vergleich zur Standardversorgung signifikant verkürzte – im Mittel um etwa 10 % bzw. 0,9 Tage. Gleichzeitig blieb die 28-Tage-Sterblichkeit auf einem vergleichbaren Niveau, was die Sicherheit des PCT-basierten Ansatzes belegt. Dagegen führte das CRP-gesteuerte Protokoll zu keiner relevanten Reduktion der Antibiotikatherapie.

Die Ergebnisse dieser umfangreichen und methodisch hochwertigen Studie sprechen klar für die Integration PCT-gesteuerter Protokolle in die Standardversorgung kritisch kranker Patienten mit Sepsis, so Eckmann. Sie stützen zudem die aktuellen Sepsis-Leitlinien, die den Einsatz von Procalcitonin zur Verlaufsbeurteilung und zur frühzeitigen Beendigung der Antibiotikatherapie empfehlen. Ein sicheres Absetzen der Antibiotika sei möglich, wenn der PCT-Wert auf ≤ 0,5 μg/l fällt oder um mehr als 80 % gegenüber dem höchsten gemessenen Wert gesunken ist – vorausgesetzt, der Patient zeigt zudem eine klinische Stabilisierung.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden