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Sehstörungen mit Kopfschmerzen durch erhöhten Hirndruck nicht übersehen!

Der Hirndruck kann durch ganz unterschiedliche Ursachen ansteigen und die Nervenzellen des Gehirns sowie die Durchblutung beeinträchtigen. Tumoren, welche die Liquorzirkulation stören, Sinusvenenthrombosen, idiopathische und sekundäre intrakranielle Hypertension rufen vergleichbare transiente Sehstörungen hervor, welche meist negativ sind, selten aber auch positiv sein können.

 

Typisch sind die sogenannten transienten visuellen Obskurationen. Hierbei kommt es provoziert durch Aufstehen, Bücken, Augenbewegungen oder ein Valsalva-Manöver, zu Sekunden dauerndem Grau- oder Schwarzwerden, Zuziehen oder Vernebelung des Gesichtsfelds. Dies kann ein- oder beidseitig erlebt werden oder nur als Verschwommensehen wahrgenommen werden. Seltener kommen auch positive Sehphänomene wie Photopsien und Phosphene vor: Die Patienten berichten von Blitzen, Funken, Flimmern und Sternen.

 

Die zusätzlichen Kopfschmerzen können ganz unterschiedlich erlebt werden, sind häufig chronischer Natur und lageabhängig. Jedoch haben viele Patienten mit Hirndruck auch kein Kopfschmerzerleben. Weitere typische Hirndruckzeichen sind Übelkeit oder ungeklärtes Erbrechen, Bewusstseinseintrübung und Nackensteifigkeit. Bei der augenärztlichen Untersuchung zeigt sich eine Stauungspapille, d. h. eine Schwellung des Sehnervenkopfes aufgrund der Hirndrucksteigerung in der retrobulbären Optikus-Scheide.

 

Patienten mit anhaltenden Kopfschmerzen oder intermittierenden Sehstörungen sollten daher unbedingt beim Augenarzt vorgestellt werden, forderte Biermann.

 

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden