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Psychotherapie bei chronischen Schmerzen dringend indiziert

·       Psychische Faktoren wie die kognitive Bewertung von Schmerz (zum Beispiel Katastrophisieren oder Durchhalteappelle), negative Gefühle (zum Beispiel Angst, Hilflosigkeit oder Ärger) und positive Gefühle (zum Beispiel gute Stimmung, Vorfreude) beeinflussen das Schmerzempfinden.

·       Patienten mit chronischen Schmerzen leiden häufig auch unter psychischen Störungen wie Angststörungen, Traumafolgestörungen oder depressiven Störungen.

·       Schmerzen stehen nicht für sich allein: Soziales Umfeld und soziale Beziehungen modulieren das Schmerzempfinden und den Umgang mit Schmerzen.

·       Psychosoziale Faktoren sind wichtige Risikofaktoren für die Chronifizierung von Schmerz.

 

Die allermeisten Patienten haben keinen Zugang zu (schmerz)psychotherapeutischen Angeboten oder häufig auch erst spät, kritisierte Hermann, was zu einer Chronifizierung und Verschlechterung der Lebensqualität führe. In der Folge komme es zu einer Überversorgung mit Medikamenten (z. B. Analgetika) und/oder operativen bzw. interventionellen Maßnahmen bei gleichzeitiger Unterversorgung psychosozial. Weitere Folgen seien hohe volkswirtschaftliche Kosten durch stationäre Aufenthalte, Arbeitsausfall und Frühverrentung.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden