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Pharmakotherapie der Adipositas von zunehmender Bedeutung

Zwischen den erzielbaren Gewichtsreduktionseffekten der konservativen Verhaltenstherapie und der chirurgischen Therapie der Adipositas besteht eine große Lücke, die durch skalierbare Strategien wie Pharmakotherapien geschlossen werden könnte. Die medikamentöse Therapie der Adipositas ist zwar leitliniengerecht, wird aber in Deutschland kaum eingesetzt.

Dies hat verschiedene Gründe:

In der Vergangenheit gab es in Bezug auf die Pharmakotherapie der Adipositas immer wieder Rückschläge durch Medikamente, die wieder vom Markt genommen werden mussten, weil sie zu schweren Nebenwirkungen geführt haben. Außerdem ist die medikamentöse Therapie der Adipositas in Deutschland nicht zu Lasten der Krankenversicherung erstattungsfähig, was in der Praxis eine große Hürde für Patienten und Behandler darstellt.

Mit Semaglutid 2,4 mg und Tirzepatid (bis 15 mg) stehen seit 2024 nun auch in Deutschland weitere medikamentöse Therapieoption für Menschen mit Adipositas zur Verfügung, die mehr als doppelt so effektiv in der Gewichtsreduktion ist wie bisher verfügbare Medikamente. Im Dezember 2025 wurden die Ergebnisse der kardiovaskulären Endpunktstudie zu Tirzepatid im Vergleich zu Dulaglutid publiziert. Hier zeigte Tirzepatid eine gegenüber Dulaglutid gleichwertige Reduktion des kardiovaskulären Endpunkts für Menschen mit Typ 2 Diabetes.

Diese Therapien haben durch Studien des letzten Jahres belegt, dass sie neben starken gewichtsreduzierenden Effekten auch Verbesserungen des Gesundheitszustandes und bei Komorbiditäten der Adipositas wie Fettlebererkrankungen, Schlafapnoe, Herzinsuffizienz und anderen bewirken, so Blüher.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden

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