Unklar bleibt jedoch, wie viele Todesfälle selbst unter optimalen Therapiebedingungen tatsächlich vermeidbar wären. In einer US-amerikanischen Kohortenstudie wurde etwa jeder achte Sepsis-assoziierte Todesfall als potenziell vermeidbar eingestuft.
In anderen Ländern, etwa den USA und Australien, wurden bereits vor einigen Jahren Qualitätssicherungsprogramme zur Sepsis implementiert, die zu Verbesserungen der Prozessqualität und teilweise auch zu einer Reduktion der Mortalität führten. Vor diesem Hintergrund ist das in Deutschland zum 1. Januar 2026 eingeführte Qualitätssicherungsverfahren „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Sepsis“ ausdrücklich zu begrüßen.
Für eine erfolgreiche Umsetzung sind jedoch ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich – eine Voraussetzung, die viele Krankenhäuser in Deutschland vor erhebliche Herausforderungen stellt, merkte Kluge kritisch an.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden