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Neurologische immunvermittelte Nebenwirkungen durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren

Neuromuskuläre Symptome machen hierunter mehr als 50 % aus. Sie können neben Myositiden und neuromuskulären Übertragungsstörungen (wie eine Myasthenia gravis) auch überlappende Syndrome umfassen. Zudem können demyelinisierende Polyradikulo-Neuropathien und andere Neuropathie-Typen auftreten. Die mediane Zeit bis zum Auftreten beträgt etwa 1 bis 3 Monate nach Therapiebeginn.

Bei mit ICI behandelten Patienten sollte das Auftreten einer Immunneuropathie, Myositis oder Myasthenia gravis daher an eine Medikamenten-Nebenwirkung denken lassen, so Sommer.

Therapie:

·         Bei moderaten neuromuskulären Symptomen, die die Aktivitäten im täglichen Leben einschränken, sollte der ICI pausiert werden und niedrig dosierte Glukokortikosteroide (wie Prednisolon 0,5 mg/kg KG/Tag) sollten begonnen werden.

·         Bei schweren bis lebensbedrohlichen neuromuskulären Symptomen, die eine Hospitalisation notwendig machen, sollte ein Abbruch der ICI-Behandlung und der Start von höher dosierten intravenösen (Methylprednisolon in einer Dosis von 1 g/Tag über 3–5 Tage i. v.) oder oralen Glukokortikosteroiden (wie Methyl-/Prednisolon 1–2 mg/kg KG/Tag p. o.) erfolgen.

·         Im Fall eines fehlenden alleinigen Benefits durch Glukokortikosteroide (innerhalb von 7–14 Tagen) oder einer raschen Progression sollten intravenöse Immunglobuline in einer Dosis von 2 g/kg KG kumulative Dosis pro Zyklus über 3–5 Tage) oder eine Plasmapherese (5 bis 7 Austausche) angewandt werden.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden