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Katheter-assoziierte tiefe Venenthrombosen – häufig und gefährlich

Trotz erheblicher Fortschritte bei den Katheter-Materialien und den Einlage-Techniken bleibt die Häufigkeit dieser Komplikation hoch, insbesondere bei Krebspatienten und bei Menschen auf Intensivstationen. Die Diagnostik ist häufig schwierig, da viele Fälle asymptomatisch verlaufen. Typische klinische Anzeichen sind Schmerzen, Schwellung und Druckempfindlichkeit der betroffenen Extremität sowie eine Funktionsstörung des Katheters. Mitunter tritt Fieber auf, das auf eine begleitende Infektion hinweisen kann.

Die Standard-Untersuchung ist die Duplex-Sonografie, die mit einer Sensitivität von etwa 91 Prozent und einer Spezifität von etwa 93 Prozent zuverlässige Ergebnisse liefert. Computertomografie oder Magnetresonanztomografie kommen bei unklaren Befunden oder bei atypischer Lokalisation zum Einsatz. Der diagnostische Nutzen von D-Dimer-Bestimmungen ist in diesem Kontext begrenzt.

Eine Katheter-assoziierte tiefe Venenthrombose kann erhebliche klinische Konsequenzen haben. Dazu gehören nicht nur Lungenembolien, wiederkehrende Thrombosen, Katheter-Funktionsstörungen und verzögerte Therapien, sondern auch das postthrombotische Syndrom, septische Komplikationen und ein Vena-cava-Syndrom. Besonders problematisch ist die notwendige Antikoagulation, da sie das Blutungsrisiko erhöht, insbesondere bei vulnerablen Patienten wie Krebskranken oder Dialysepflichtigen.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden