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Häufig Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich bei Unfällen mit E-Scootern

16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registrierte die Polizei nach Angaben des Statischen Bundesamtes im Jahr 2025 – ein Anstieg von 38,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig sind Verletzungen im Kopf- und Gesichtsbereich, wobei vor allem Männer zwischen 20 und 40 Jahren betroffen sind.

„Gerade im Bereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandeln wir nach E-Scooter-Unfällen regelmäßig komplexe Verletzungsmuster“, erklärte Björn Riecke, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg am BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin. „Besonders häufig sehen wir Unterkieferfrakturen – darunter sind häufig Kiefergelenkfrakturen wie mehrfragmentäre Gelenkköpfchenfrakturen und Gelenkhalsfrakturen. Auch beidseitige Mittelgesichtsfrakturen, Zahnfrakturen sowie Riss-Quetsch-Wunden kommen oft vor.“

Die Versorgung komplexer Kopf- und Gesichtsverletzungen hat sich in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Hochauflösende dreidimensionale Bildgebungsverfahren wie die Computertomografie (CT) oder die digitale Volumentomografie (DVT) ermöglichen eine exakte Diagnostik und eine präzise Operationsplanung. Des Weiteren ermöglichen CADCAM-geplante patientenspezifische Titan-Implantate eine größtmögliche Annäherung an die ursprüngliche Anatomie. „Dank dieser modernen Verfahren können Patienten präziser versorgt werden, haben kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnellere Rehabilitation“, betonte Riecke.

Das oberste Ziel der Behandlung besteht darin, Funktion und Ästhetik der verletzten Mund- und Gesichtsbereiche vollständig wiederherzustellen. Dennoch können schwere Gesichtsverletzungen auch nach erfolgreicher Versorgung Beschwerden verursachen. „Sensibilitätsstörungen im Gesichtsbereich, schmerzhaftes Kauen, eine schmerzbedingt eingeschränkte Mundöffnung, Augenbewegungsstörungen oder Doppeltsehen sind mögliche Unfallfolgen“, so Riecke. In Einzelfällen kann sich eine Kiefergelenksarthrose entwickeln. Zahnverletzungen machen darüber hinaus häufig weitere zahnärztliche Behandlungen bis hin zu Implantat-Versorgungen erforderlich. Auch sichtbare Narben könnten dauerhaft bestehen bleiben.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden