In der vergangenen zwei Jahrzehnten konnte eine Reihe von Pathomechanismen zur Entstehung atherosklerotischer Plaque und Identifizierung unterschiedlicher Auslöser aufgeklärt werden. Eine aktuelle Darstellung von Pathomechanismen und Heterogenität des akuten Koronarsyndroms und deren geschlechtsspezifische Aspekte liefern S. Kraler et al. (Eur Heart J, 2025).
Dabei zeigt sich, dass nicht nur die klassische Plaque-Ruptur, sondern häufig auch eine nicht-ruptive Plaque-Erosion mit komplexer Inflammations- und konsekutiv aktivierter Gerinnungskaskade zum thrombotische Gefäßokklusion führt. Dies impliziert die Entwicklung neuer präventiver Maßnahmen inklusive anti-inflammatorischer Therapieansätze.
Ein akutes Koronarsyndrom zeichnet sich auch durch sehr unterschiedliche klinische Beschwerdebilder aus. Die Autoren legen dar, das dies insbesondere bei Patientinnen zu beachten ist, dass diese andere pathomechanistische Ursachen des akuten Koronarsyndroms als Männer haben. So haben Frauen seltener eine Plaque-Ruptur, sondern häufiger eine okklusive Plaque-Erosion, eine Ein-Gefäß-KHK, Infarkte ohne obstruktive Atherosklerose oder Dissektionen von Koronararterien als Männer.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden