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GOLD-Report 2026: Multimorbidität und therapeutische Konsequenzen

Der GOLD-Report ist ein international entwickeltes Dokument, welches evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Prävention der COPD bereitstellt. Er wird jährlich aktualisiert und dient Ärzten weltweit als Grundlage für ein strukturiertes Management der Erkrankung. Insgesamt wurden dem GOLD-Report in diesem Jahr 330 neue Literaturstellen hinzugefügt. So wird unter anderem empfohlen, bei der initialen Vorstellung als kardiales Screening ein EKG anzufertigen und NTproBNP zu bestimmen.

Des Weiteren sollen die 4Ms beachtet werden: Mentale Gesundheit, Mobilität, Morbidität und Medikation. COPD-Patienten haben sehr häufig mentale Probleme wie Depression, Ängste und kognitive Einschränkungen, die adressiert werden müssen. Die Wichtigkeit des körperlichen Trainings bzw. der notwendigen Förderung von Mobilität wird hervorgehoben. Gleichzeitig gilt es, Komorbiditäten zu erkennen und zu behandeln.

Der GOLD-Report 2026 beinhaltet zudem eine wesentliche Neuerung, die therapeutische Konsequenzen nach sich zieht: Bereits eine moderate Exazerbation klassifiziert den Patienten ab sofort zu einem Patienten mit positiver Exazerbationshistorie. Patienten mit dem Phänotyp „Exazerbationshistorie“ kommen zunächst für eine inhalative Triple-Therapie in Frage, bei anhaltenden Exazerbationen und dem Nachweis einer Typ-II-Inflammation (> 300 Eosinophile im Blut) ggfs. auch für eine Antikörpertherapie.

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden