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Endokrinopathien als häufige Nebenwirkungen von Immun-Checkpoint-Inhibitoren

Die derzeit gebräuchlichen Immun-Checkpoint umfassen CTLA-4-Inhibitoren (Iplimumab, Tremelimumab), PD-1-Inhibitoren (Nivolumab, Durvalumab, Cemiplimab) und  PD-L-1-Inhibitoren (Atezolizumab, Durvalumab, Avelumab). Diese Substanzen heben die inhibitorischen Signale auf, die normalerweise die T-Zell-Aktivität begrenzen, was zu einer verstärkten Antitumor-Immunantwort führt.

 

Der gleiche Mechanismus zur Verstärkung der T-Zell-Aktivität kann jedoch auch zur Aktivierung autoreaktiver T-Zellen und damit zur Entwicklung von Autoimmun-Pathologien führen. Diese können prinzipiell jede endokrine Drüse betreffen und mit potenziell lebensbedrohlichen Konsequenzen einhergehen, wenn sie nicht frühzeitig erkannt werden.

 

Die häufigsten endokrinologischen irAEs sind:

1.    Schilddrüsendysfunktion (10 % bis 15%, häufiger unter PD-1 / PD-L-1-Hemmer-Therapie): Sehr häufig biphasisch mit initialer (Freisetzungs-) Hyperthyreose, gefolgt von persistierender Hypothyreose; vereinzelt kommt es zu einem Morbus Basedow.

2.    Hypophysitis (5% bis 15%, häufiger unter CTLA-4-Hemmer-Therapie): Potenziell lebensbedrohlich, typisch mit Ausfall der kortikotropen Achse; klinisch: Gehäuft passager Kopfschmerzen

3.    Primäre Nebenniereninsuffizienz (<1%): Selten, dann aber lebensbedrohlich

4.    Diabetes mellitus (0,5% bis 2%, häufiger unter PD-1 / PD-L-1-Hemmer-Therapie): Rascher destruierender Verlauf, hohe Prävalenz (ca. 80%) von Ketoazidosen bei Manifestation, HbA1c-Wert oft normal bzw. nur leicht erhöht

Zentraler Diabetes insipidus (<0,1%): Sehr seltene endokrine irAE

Medizinische Kurznachrichten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie vom 2. März 2026

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden