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BMI nur ungenauer Ersatzwert für tatsächliche Adipositas

Obwohl moderne Technologien präzise Schätzungen des Körperfettanteils ermöglichen, fehlen bislang ergebnisbasierte Grenzwerte für die Patientenberatung. Eine aktuelle Analyse (The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2025) ermittelte diese Grenzwerte basierend auf dem metabolischen Syndrom und verglich sie mit den bestehenden BMI-Kategorien.

 

Dazu wurde eine Korrelationsanalyse von Daten aus Querschnittsstichproben der US-Bevölkerung durchgeführt. Die Daten umfassten 16.918 Erwachsene (8.734 Männer und 8.184 Frauen) und stammen aus den öffentlich zugänglichen Datensätzen des National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES).

 

Die Untersuchung zeigt, dass unter den Personen, die laut BMI als übergewichtig (BMI > 25) oder adipös (BMI > 30) eingestuft wurden, jeweils 5 % bzw. 35 % tatsächlich ein metabolisches Syndrom aufwiesen.

·       Bei Männern traten unterhalb eines Körperfettanteils von 18 % keine Fälle von metabolischem Syndrom auf. Die Entsprechung zu „Übergewicht“ (5 % der Fälle mit metabolischem Syndrom) lag bei 25 % Körperfettanteil, während die Entsprechung zu „Adipositas“ (35 % der Fälle mit metabolischem Syndrom) bei 30 % Körperfettanteil lag.

·       Bei Frauen wurden unterhalb von 30 % Körperfettanteil keine Fälle von metabolischem Syndrom registriert. Die Grenze für „Übergewicht“ lag hier bei 36 % Körperfettanteil und für „Adipositas“ bei 42 % Körperfettanteil. 

 

Der Vergleich verdeutlicht die enorme Variabilität bei der Vorhersage des Körperfettanteils durch den BMI und unterstreicht, wie wichtig direktere Messverfahren für das Management Adipositas-bedingter Krankheiten sind, kommentierte Aberle diese Ergebnisse. 

G.-M. Ostendorf, Wiesbaden