Frailty beschreibt ein multidimensionales Syndrom der altersbedingten Vulnerabilität mit eingeschränkter physiologischer Reserve, das zu einer Überforderung bereits bei geringgradigen Belastungen wie Sturzereignissen oder operativen Eingriffen führt. Im klinischen Alltag zeigt sich Frailty als starker Prädiktor für schlechtere Behandlungsergebnisse in der Orthopädie und Unfallchirurgie – insbesondere bei großen Eingriffen wie in der Hüft- und Knie-Endoprothetik, aber auch bei der Versorgung von Fragilitätsfrakturen.
Bei Patienten über 80 Jahren mit Hüftfraktur erfüllen etwa 50 % bis 60 % etablierte Frailty-Kriterien. Folglich ist Frailty im geriatrischen Trauma nicht nur ein Begleitphänomen, sondern einer der stärksten unabhängigen Prädiktoren für Morbidität, Re-Hospitalisierung und Mortalität, so Postler.
Aktuelle Studien aus der Endoprothetik unterstreichen diese Relevanz: Patienten mit Frailty weisen nach primärer Hüft-Totalendoprothese signifikant höhere 30-Tages-Komplikationsraten, gesteigerte Re-Hospitalisierungen und deutlich erhöhte Behandlungskosten auf.
G.-M. Ostendorf, Wiesbaden